Eine Gruppe von ca. 20 Erntehelferinnen aus Ungarn hat am 27. April die Arbeit auf einem Obsthof in Tönisvorst in der Nähe von Düsseldorf aufgenommenen. Nach etwa 6 Wochen haben sie Kontakt zur Fairen Mobilität und der IG BAU aufgenommen, weil sie bis dahin lediglich 200,- € erhalten hatten. Sie sind mit 15 Personen in 4 Zimmern untergebracht der Rest wohnt in Containern. Kopien ihrer Arbeitsverträge haben sie nicht erhalten. Es hieß nur, daß sie Mindestlohn erhalten und 16,- € pro Tag für die Unterbringung zu zahlen haben. Bei den gestellten 5-6 m² entspräche dies 80,- € pro m² im Monat! Außerdem fallen noch  ca. 150,- € Flugkosten an.

Wir haben das Arbeitsministerium informiert, von dort wurde kurzfristig eine Kontrolle durchgeführt. 

Obwohl die Landwirte verhindern wollten, das wir mit den Beschäftigten reden, kam doch ein langes Gespräch zustande. An dessen Ende haben die Betriebsinhaber angekündigt, das am Samstag eine Auszahlung erfolgen solle. Zum guten Schluss hat unser Einsatz Wirkung gezeigt. Die Beschäftigten haben den Mindestlohn erhalten und deutlich weniger für die Unterkunft gezahlt.

Unterkunft Saisonarbeit
selbstgebaute Aufstiegshilfe

Links im Bild ist eine „Aufstiegshilfe“ zum Beschneiden vom Obstbäumen im oberen Bereich zu sehen. Hier werden Mehrweggetränkekisten zweckentfremdet.

Diese „Lösung“ ist exemplarisch für den Umgang mit Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit auf den Höfen.

Reinhard Steffen
Reinhard Steffen von der IG BAU Rheinland bei der Kontrolle der Arbeitsbedingungen.
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